PPAP ? Was ist das ?
- DB ASSIST BAUM
- 10. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Im Rahmen meiner Tätigkeit als externe Qualitätsberaterin bin ich unter anderem mit der Bearbeitung von PPAP-Dossiers (Production Part Approval Process) beauftragt.
Der PPAP ist eine Dokumentensammlung, die hauptsächlich in der Automobilindustrie verwendet wird, um sicherzustellen, dass die gelieferten Teile den Kundenspezifikationen und -anforderungen entsprechen, bevor die Serienproduktion beginnt.
Es gibt fünf Einreichungsstufen im PPAP, von denen jede unterschiedliche Anforderungen an die vorzulegende Dokumentation stellt. Hier eine Übersicht der einzelnen Stufen:
1. Stufe 1: Einreichung nur des Part Submission Warrant (PSW)
Dies ist eine Erklärung, dass das produzierte Teil den Kundenvorgaben und -spezifikationen entspricht.
2. Stufe 2: PSW mit Musterteilen und eingeschränkter Dokumentation
Der Lieferant muss einige Musterteile sowie eine begrenzte Dokumentation (z. B. Kontrollplan oder FMEA – Fehlermöglichkeits- und -einflussanalyse) einreichen.
3. Stufe 3: PSW mit Musterteilen und vollständiger Dokumentation
Der Lieferant muss Musterteile und alle erforderlichen PPAP-Dokumente einreichen (Zeichnungen, Spezifikationen, Prüfberichte, Messergebnisse usw.).
4. Stufe 4: PSW mit weiteren kundenspezifischen Anforderungen
Der Kunde bestimmt, welche Dokumente und Muster er einsehen möchte. Je nach Bedarf kann er Teile oder den gesamten PPAP-Datensatz anfordern.
Diese Stufe wird bei komplexen Teilen oder bei besonderem Kundenbedarf an Prozesskontrolle verwendet.
5. Stufe 5: PSW mit Musterteilen und Vor-Ort-Prüfung der PPAP-Unterlagen
Typischer Inhalt eines PPAP-DossiersEin vollständiges PPAP-Dossier enthält mehrere Pflichtdokumente, darunter:
PSW (Part Submission Warrant): Hauptdokument zur Bestätigung der Konformität des Teils.
Kontrollplan: Beschreibung der Qualitätsprüfmethoden zur Sicherstellung der Teilekonformität.
FMEA (Fehlermöglichkeits- und -einflussanalyse): Analyse potenzieller Risiken im Fertigungsprozess.
Prozessfähigkeitsnachweis: Bewertung, ob der Prozess in der Lage ist, spezifikationsgerechte Teile herzustellen.
Musterteile: Physische Beispiele der Teile zur Validierung.
Prüfergebnisse: Nachweise, dass das Teil die technischen, funktionalen und regulatorischen Anforderungen erfüllt.
Die Wahl der PPAP-Stufe richtet sich nach der Komplexität des Teils, seiner sicherheitsrelevanten Bedeutung und den spezifischen Kundenanforderungen.
Kommentare