VDA 6.3 Lieferantenaudit: Wie bereitet man sich effektiv und strukturiert vor?
- 23. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 6 Tagen
Ein VDA 6.3 Audit lässt sich nicht improvisieren! In der Automobilindustrie ist es weit mehr als eine Kundenanforderung: Es ist ein echter Indikator für den tatsächlichen Beherrschungsgrad industrieller Prozesse.
Aus Lieferantensicht ermöglicht eine strukturierte Auditvorbereitung nicht nur die Absicherung des Audits, sondern auch, diese Bewertung in ein wirksames Instrument zur Leistungs- und Qualitätssteuerung zu verwandeln.

Warum ist die Vorbereitung auf ein VDA 6.3 Audit entscheidend?
Der von der VDA entwickelte VDA 6.3 Standard bewertet die Fähigkeit eines Lieferanten, zuverlässig, beherrscht und reproduzierbar zu produzieren.
Ein schlecht vorbereitetes Audit setzt das Unternehmen folgenden Risiken aus:
unzureichende Auditbewertung,
umfangreiche und dringende Maßnahmenpläne,
Verschlechterung der Kundenbeziehung,
im schlimmsten Fall eine Auslistung als Lieferant.
Eine gute Auditvorbereitung hingegen ermöglicht es, Abweichungen frühzeitig zu erkennen und das Kundenvertrauen nachhaltig zu sichern.
Den Geltungsbereich des VDA 6.3 Audits klar definieren
Vor jeglicher Maßnahme ist es unerlässlich, folgende Punkte zu klären:
die zu auditierenden Module (P1–P7),
den betroffenen Standort,
das Produkt oder die Produktfamilie,
die Projektphase oder Serienphase.
Dieser Schritt vermeidet klassische Fehler wie Dokumente außerhalb des Geltungsbereichs, nicht betroffene Ansprechpartner oder unpräzise Antworten.
VDA 6.3 Audit: vom Dokument zur Praxis
Stimmige und beherrschte Dokumentation
Das VDA 6.3 Audit basiert auf zentralen Elementen wie:
Produkt-FMEA und Prozess-FMEA,
Prüf- und Kontrollplänen,
Arbeitsanweisungen,
Qualitätskennzahlen und Prozesskennzahlen.
Diese Dokumente müssen jedoch „gelebt“ werden. Der Auditor überprüft ihre Übereinstimmung mit der Realität im Shopfloor sowie deren Verständnis und Anwendung durch die Teams.
Die Teams in die Auditvorbereitung einbinden
Ein VDA 6.3 Audit beruht niemals auf einer einzelnen Person. Es betrifft Produktion, Qualität, Logistik, Industrial Engineering und gegebenenfalls die Geschäftsleitung.
Die Teams müssen verstehen:
die Anforderungen des Referenzstandards,
die Bedeutung und Tragweite des Audits,
ihre Rolle während der Bewertung.
Ein gut vorbereitetes Team antwortet sicher, klar und konsistent.
Kritische Themen im VDA 6.3 Audit antizipieren
Bestimmte Themen werden systematisch besonders intensiv geprüft:
Management von Nichtkonformitäten,
Ursachenanalyse (Root Cause Analysis),
Änderungsmanagement,
Kompetenzmanagement,
Überwachung von Prozesskennzahlen.
Ein internes VDA 6.3 Voraudit hilft häufig, potenzielle Schwachstellen vor dem offiziellen Kundenaudit zu identifizieren.
Die richtige Haltung während des Audits
Der Erfolg eines VDA 6.3 Audits hängt auch stark von der Haltung ab:
faktenbasierte Antworten,
Transparenz,
nachvollziehbare Erklärung von Prozessentscheidungen,
konstruktive Akzeptanz von Abweichungen.
Schwachstellen zu verbergen erzeugt deutlich höhere Risiken als ein offener und professioneller Umgang damit.
Nach dem Audit: Abweichungen in kontinuierliche Verbesserung umwandeln
Das VDA 6.3 Audit endet nicht mit der Abschlussbesprechung. Die Feststellungen müssen umgesetzt werden in:
priorisierte Maßnahmenpläne,
klar definierte Verantwortlichkeiten,
nachhaltiges Monitoring.
Erst in dieser Phase wird VDA 6.3 zu einem dauerhaften Hebel für industrielle Leistungsfähigkeit.
Fazit
Eine gründliche Vorbereitung auf ein VDA 6.3 Audit aus Lieferantensicht bedeutet:
die Logik des Standards zu verstehen,
die Praxis mit den Anforderungen in Einklang zu bringen,
die Teams aktiv einzubinden,
Prozesse mit Klarheit und Weitblick zu steuern.
Richtig angewendet geht VDA 6.3 weit über ein reines Audit hinaus – es wird zu einem strategischen Instrument für Qualität, Performance und nachhaltiges Kundenvertrauen.



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